iBUS

iBUS ist eine seit 2013 bestehende Einrichtung zur Beratung, Unterstützung und Begleitung von Sexarbeiter*innen des AEP und bietet Personen, die in den sexuellen Dienstleistungen arbeiten oder gearbeitet haben, vertrauliche und anonyme Beratungen bei sozialen, rechtlichen sowie gesundheitlichen Belangen an. Ziel ist es, Sexarbeiter*innen in Tirol in ihrer Lebensführung zu begleiten, sie zu stärken und sie dabei zu unterstützen, unter gegebenen schwierigen Bedingungen ihre Arbeit möglichst selbstbestimmt ausüben zu können. iBUS als Beratungseinrichtung mit akzeptierendem Ansatz setzt sich für eine Entkriminalisierung von Sexarbeit ein und leistet Entstigmatisierungsarbeit für die Zielgruppe, da die Stimmen der Akteur*innen in paternalistischen öffentlichen Diskursen zumeist leider kein Gehör finden. Würde eine Beratungseinrichtung dem nicht nachkommen, wäre die Arbeit im praktischen Bereich – also die Beratungstätigkeit und aufsuchende Arbeit – aus sozialarbeiterischer Perspektive lediglich die Kompensation gesellschaftlicher Exklusionsprozesse und struktureller Diskriminierungen.

Entkriminalisierung

Unter Entkriminalisierung versteht man die Abschaffung aller strafrechtlichen Maßnahmen, die Sexarbeit betreffen. Dies bedeutet für uns eine tatsächliche Gleichstellung von Sexarbeit mit anderen Erwerbsarbeiten/Dienstleistungen, mit dem Ziel die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter*innen zu verbessern. Eine Illegalisierung jeglicher Art und Verbote führen nicht zur Lösung, sondern nur zu einer Verdrängung in den unsichtbaren Bereich. Nur Rechte schützen vor Ausbeutung.

Sexarbeit ist Arbeit!

Alle Menschen haben ein Recht auf freie Berufswahl und auch auf sexuelle Selbstbestimmung. Sexarbeit muss als soziale Realität wahrgenommen werden. Im Zentrum soll die Wahrung der Frauen- und Menschenrechte stehen – Sexarbeiter*innen müssen das Recht haben, genau so wie andere ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten zu können.

Sexarbeit entstigmatisieren

Sexarbeit ist stigmatisiert und tabuisiert, obwohl sie eine gesellschaftliche Realität ist. Eine Entkriminalisierung und die Anerkennung von Sexarbeit als Erwerbstätigkeit (inkl. Arbeitsrechte) würde auch zu einer Entstigmatisierung von Sexarbeit und zu einem Umdenken auf gesellschaftlicher Ebene beitragen.

Vernetzungen wie die „Frauen*vernetzung für Begegnung und Austausch“ lassen uns gemeinsam und solidarisch einen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten. Gerade in Zeiten, wo europaweit rechtskonservative Regierungen an Macht gewinnen, muss feministischer Widerstand – intersektional und nicht nach unten tretend – gut vernetzt sein. So können wir gemeinsam marginalisierte Randgruppen wie Sexarbeiter*innen unterstützen und im breiten Bündnis gegen antifeministische und rassistische Bewegungen vorgehen.

www.aep-ibus.at