Multiplikator_innen-Training „Verschleppung und Zwangsheirat“

Gewalt verhindern und Betroffene kompetent unterstützen!

Termin:  12. Dezember 2019, 9.00 – 17.00 Uhr
Ort: Frauen aus allen Ländern, Tschamlerstraße 4 / 3. Stock, 6020 Innsbruck

Bedrohte und Betroffene von Zwangsheirat und Verschleppung wenden sich selten direkt an dafür spezialisierte Beratungsstellen. Der Erstkontakt zu möglichen Unterstützer_innen findet daher oft in Jugendeinrichtungen, in der Schule oder Lehrstelle, im Krankenhaus, bei Gericht oder auch in verschiedenen Beratungsstellen statt. Der Workshop soll Mitarbeiter_innen verschiedener Einrichtungen im professionellen Umgang mit diesen Gewaltformen und den Betroffenen unterstützen.

Zielgruppe:
Multiplikator_innen, die im beruflichen Alltag mit Bedrohten/Betroffenen in Kontakt kommen können: Sozialarbeiter_innen, Lehrer_innen, Mitarbeiter_innen von Frauen-, Familien- & Jugendeinrichtungen, Richter_innen, Berater_innen u. a.

Inhalte:

  • Definition „Zwangsheirat“, „Zwangsehe“ und „Verschleppung“  
  • Was sind Ursachen, Folgen und Anzeichen dieser Gewaltformen?   Kompetent Handeln – Was ist wichtig im Umgang mit (potentiell) Betroffenen?
  • Kriterien für die Gefährdungseinschätzung
  • Hilfssysteme und Unterbringungsmöglichkeiten
  • Präventionsarbeit
  • Bearbeitung von Fallbeispielen der Teilnehmer_innen 

Trainerin:
Dipl. Soz.päd.(FH) Bettina Gütschow, München
IMMA e.V. – Wüstenrose (Fachstelle Zwangsheirat / FGM)

Ziel des Trainings:
Die Teilnehmer_innen sollen fundiertes Wissen über die Gewaltformen Zwangsheirat und Verschleppung erhalten und Kompetenz im Umgang mit (potentiell) Betroffenen in der beruflichen Praxis erlangen.

Methoden: 
Theoretische Inputs, Fallbeispiele, Diskussion, Reflexion und Austausch

Teilnehmer_innenanzahl: 
maximal 14 Personen

Anmeldung/Information:
DSAin Silvia Ortner (Frauen aus allen Ländern)
silvia.ortner@frauenausallenlaendern.org,
0512/56 47 78
Anmeldung bis 20. November 2019

Der Workshop ist eine gemeinsame Veranstaltung des Landes Tirol (Abteilung Gesellschaft und Arbeit) und Frauen aus allen Ländern und wird aus Mitteln des Landes finanziert.            

Informationen zu den durchführenden Einrichtungen:
Der Verein Frauen aus allen Ländern bietet seit über 15 Jahren Bildungs- und Beratungsangebote vorrangig für Frauen und Mädchen mit Migrations- oder Fluchthintergrund an. Ziel von Frauen aus allen Ländern ist es, Empowerment und Partizipation von Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung durch niederschwellige und bedarfsorientierte Bildungs- und Beratungsangebote mit ressourcenorientierten, feministischen, partizipativen und transkulturellen Arbeitsansätzen zu fördern. Durch aktive Vernetzungsarbeit leistet Frauen aus allen Ländern wichtige Sensibilisierungsarbeit. Mitarbeiterinnen von Frauen aus allen Ländern sind zudem seit vielen Jahren als Referentinnen in Fort- und Weiterbildungsangeboten in den Bereichen Basisbildung, Beratung, Gender und Transkulturelle Arbeit tätig.

Die Fachstelle Zwangsheirat / FGM mit dem Namen Wüstenrose von IMMA e. V. in München besteht seit 2013. Wüstenrose bietet Beratungen für weibliche und männliche Betroffene sowie Fachberatungen für Fachkräfte zu den Themen Zwangsverheiratung, Verschleppung und Gewalt „im Namen der Ehre“ an. Seit Juli 2016 können sich dort auch Fachkräfte und Frauen* zum Thema weibliche Beschneidung (FGM) beraten lassen. Außerdem werden Fortbildungen und Vorträge angeboten. Im Bereich Primärprävention führt Wüstenrose Workshops für Schüler*innen, junge Geflüchtete und Mütterworkshops durch.